ethische haltung:
im folgenden beschreibe ich mit welcher intention und haltung mein projekt stattfinden wird.
die im projekt gezeigten gegenstände sind keine neutralen dinge. sie tragen erinnerungen, erfahrungen und persönliche bedeutungen. ihre übergabe an mich als gestalterin ist daher nicht selbstverständlich, sondern basiert auf vertrauen.
aus diesem grund versteht sich dieses projekt nicht als sammlung im klassischen sinne, sondern als temporärer raum, in dem bedeutungen sichtbar gemacht, verschoben und reflektiert werden.
alle teilnehmer:innen entscheiden selbst, ob und in welcher form sie ein objekt zur verfügung stellen. die möglichkeit, ein objekt jederzeit zurückzunehmen, bleibt bestehen. ebenso wird respektiert, wenn ein gegenstand nicht abgegeben werden kann oder soll.
in diesen fällen wird bewusst mit leerstelle gearbeitet: die erzählung über das objekt bleibt bestehen, während das objekt selbst abwesend ist. diese abwesenheit wird nicht als mangel verstanden, sondern als teil der arbeit – als hinweis darauf, dass bedeutung nicht zwangsläufig an physische präsenz gebunden ist.
die ausstellung versteht sich somit als ein spannungsfeld zwischen anwesenheit und abwesenheit, zwischen materieller und immaterieller bedeutung. sie macht sichtbar, dass bedeutung nicht im objekt an sich liegt, sondern in der beziehung, die wir zu ihm herstellen.